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Zeugnisse antiker Technologie - Bagdad-Batterie


 

Die Bagdad-Batterie wird auch Batterie der Parther oder Batterie von Khu-jut Rabuah genannt.  Es handelt sich um ein Tongefäß, welches 1936 von Wilhelm König bei Ausgrabungen gefunden wurde. Fundort war der Hügel von Khujut Rabuah (Khujut Rabbou'a) nahe Bagdad, wo man eine Parthersiedlung aus den Jahren 250 v. Chr. – 225 n. Chr. freilegte.

 

Da das Tongefäß einen Kupferzylinder und ein Eisenstäbchen enthält, gibt es Spekulationen, dass es – mit gleichartigen zusammengeschaltet – vor 2000 Jahren als Batterie gedient haben könnte.

 

Bagdad-Batterie im Technischen Museum Wien

 

Die Bagdad-Batterie ist ca. 14 cm hoch, der größte Durchmesser beträgt rund 8 cm. In dem Tongefäß befand sich ca. 9 cm langer Kupferzylinder, der am unteren Ende verschlossen war. Der Kupferzylinder hat einen Durchmesser von 2,6 cm. In dem Zylinder befand sich ein stark oxidiertes Stäbchen aus Eisen, welches durch eine Art Stöpsel aus Asphalt (Bitumenmasse) festgehalten wurde. Das obere Ende des Eisenstäbchens ragte etwa 1 cm über den Stopfen heraus und war von einer gelbgrauen Oxidationsschicht überzogen.

 

Wilhelm König vertrat seit 1938 die Auffassung, dass es sich bei dem in Khujut Rabua gefundenen henkellosen Tonbehälter nur um ein galvanisches Element bzw. eine Batterie handeln kann. Auf diesen Standpunkt bezieht sich bis heute eine Reihe kontroverser Beiträge.

 

Wilhelm Königs Angaben über den Aufbau und Eignung der Parther-Batterie als Galvanische Zelle wurden im Jahr 1962 von Walter Winton, Historiker am Science Museum London, bestätigt. Winton hatte zu dieser Zeit das Irakische Nationalmuseum reorganisiert, und dabei ein Exponat näher untersucht. Bei dem von König beschriebenen Fundtyp handelt es sich um eine geschlossene, mit einer bitumenartigen Masse fixierte und versiegelte Anordnung, die sowohl von mehreren fachwissenschaftlichen als auch medienpopulären Beiträgen als Elektrodeneinheit einer Batterie aufgefasst wird. Folgt man deren Interpretation als Hauptbestandteil einer galvanischen Zelle, so konnte der von König beschriebene geschlossene Aufbau bei ungünstigen Umgebungsverhältnissen einen unter Teilbefüllung reaktionsfähigen Elektrolyten (darunter z. B. Zitronen- oder verdünnte Essigsäure) sowohl vor Austrocknung als auch Verunreinigung bewahren.

Wie aus der elektrochemischen Spannungsreihe der Elemente abgeleitet werden kann, ergibt sich für Kupfer und ebenso reines Eisen als galvanisches Elektrodenpaar eine Potentialdifferenz von höchstens ca. 0,79 Volt. Eine generell von den elektrolytischen Eigenschaften abhängige und insoweit auch niedriger zu veranschlagende Zellenspannung lässt sich für das von König erfasste Exemplar und andere Fundvarianten jedoch nicht darstellen, weil ein abgesicherter Rückschluss auf irgendeinen an ihren Metalloberflächen eingewirkten Reaktionsträger nicht vorliegt bzw. möglich ist. Insoweit hat >>Original Research<< mit rekonstrukiven Modellversuchen aufgezeigt, dass z. B. mit Zitronensäure oder Essig befüllte Zelleneinheiten eine Spannung bis ca. 0,5 Volt abgeben können, wobei mit diesen Elektrolyten von einer nach gegenwärtigen Maßstäben bescheidenen Stromabgabe auszugehen ist.

 

Anwendungshypothesen

Der Physiker George Gamow und der Althistoriker Christopher Kelly (Universität Cambridge) zählen zu den Fachwissenschaftlern, die sich auf die von Wilhelm König favorisierte elektrochemische Metallveredlung beziehen. Der für das British Museum tätige Altertumsforscher Paul Craddock gibt allerdings zu bedenken, dass keine Überlieferungen, bzw. eindeutig zu interpretierende Funderkenntnisse vorliegen, die ein solches im Partherreich praktiziertes Verfahren belegen. Gleichwohl führt Craddock, der als Experte für metallurgische Fundanalysen im Nahen Osten tätig war, mit einer im Partherreich applizierten Reizstrom-Stimulation ein anderes hypothetisches Anwendungsbeispiel an. Bereits König postulierte, ebenfalls ohne abgesicherte geschichtswissenschaftliche Erkenntnis, elektrotherapeutische Behandlungen.

 

1978 wurde das Gefäß in Genf und anschließend im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim unter der Bezeichnung >>Apparat<< ausgestellt und im Katalog beschrieben.

 

Ähnliche Gefäße waren bereits zuvor gefunden und näher untersucht worden:

 

·       Unter der archäologischen Leitung von Leroy Waterman, University of Michigan, wurden 1930 bei Seleukia drei verschlossene Tongefäße ausgegraben. Drei dieser in die späte Sassanidenzeit (5. – 6. Jh. n. Chr.) datierten Fundobjekte waren mit Bitumenmasse versiegelt. Die Gefäße enthielten einen wiederum versiegelten Bronzezylinder, in dem sich ein eingepresster Papyruswickel befand. Die Tonbehälter waren mit bis zu vier im Erdboden eingesenkten Metallstäben aus Bronze und Eisen abgesteckt worden. Obwohl auf keinem der zerfallenen Papyruswickel Schriftzeichen nachgewiesen werden konnten, wurde auf eine kultische Verwendung geschlossen - wie immer, wenn man die wahre Verwendung eines Fundstückes nicht kennt oder wahrhaben will. Es wurde auch noch ein viertes Gefäß gefunden, welches ebenfalls versiegelt war und Glasscherben enthielt.

 

·       Eine von Ernst Kühnel geleitete deutsch-amerikanische Grabungsexpedition fand 1931 im unmittelbar benachbarten Ktesiphon sechs weitere Tongefäße, darunter drei versiegelte Fundobjekte mit jeweils ein, drei und zehn gewickelten und versiegelten Bronzeröllchen. Innerhalb dieser Bronzewickel befanden sich stark zersetzte Zellulosefasern. Ein weiteres Tongefäß enthielt drei versiegelte Bronzezylinder. In den beiden übrigen und ebenfalls versiegelten Gefäßen befanden sich in einem Fundexemplar mit Bleikarbonat überzogene Plättchen aus ursprünglich reinem Blei; im anderen zehn stark korrodierte Eisennägel, an denen Spuren eines umwickelten organischen Fasermaterials nachgewiesen werden konnten. Zwar erinnert ein Rundwickel aus Metallfolie und Papier an das konstruktionstypische Merkmal eines z. B. mit getränktem Papier aufgebauten Elektrolytkondensators, jedoch gibt es für diese wie auch bei Seleukia ergrabenen Funde wegen der fehlenden Gegenelektrode keine unmittelbar greifbare elektrophysikalische Funktionsgrundlage.